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Häufige Fragen

FAQ zur Blutplasmaspende (nach Genesung von COVID-19 und allgemein)

Warum sollte ich nach einer Genesung von COVID-19 Blutplasma spenden?

Aktuell werden von COVID-19 Genesene händeringend als Blutplasmaspender:innen gesucht. Bis ein wirksamer Impfstoff für den Großteil der Bevölkerung zur Verfügung steht, kannst Du mit einer Blutplasmaspende einen wichtigen Beitrag zur Erprobung neuer Therapiemöglichkeiten leisten.

Einige COVID-19 Patient:innen können nicht so schnell Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 bilden, wodurch es zu lebensbedrohlichen Erkrankungsverläufen kommen kann. Plasma von Genesenen wie Dir könnte ihnen bei der Überwindung ihrer Krankheit helfen.

Gegenwärtig wird Plasma von Genesenen, sogenanntes Rekonvaleszentenplasma, im Rahmen von Studien oder individuellen Heilversuchen eingesetzt.

Was ist Blutplasma?

Gut die Hälfte des Blutes (55 Prozent) ist eine klare, gelbliche Flüssigkeit: das Blutplasma. Das Blutplasma selbst besteht zu 91 Prozent aus Wasser. Der Rest sind Nährstoffe, Hormone, Mineralien und mehr als 120 verschiedene Eiweißstoffe (Proteine). Diese Eiweiße sind zum Beispiel zur Blutgerinnung und zur Abwehr von Infektionen lebenswichtig.

Wie läuft eine Blutplasmaspende ab?

Zunächst wird dir Vollblut abgenommen, das über einen Schlauch in ein spezielles Gerät, das Plasmapherese-Gerät, gelangt. Dort werden feste und flüssige Blutbestandteile voneinander getrennt. Der flüssige Anteil ist das Plasma. Während das Plasma in einem speziellen Behälter gesammelt wird, gelangen die übrigen Blutbestandteile noch während der Spende zurück in den Körper.*

Eine Plasmaspende dauert im Schnitt etwa 30 bis 60 Minuten. Die Spendedauer hängt von Deinen individuellen Blutwerten und der Menge des Dir entnommenen Plasmas ab. Wieviel Plasma Du persönlich spenden darfst, erklärt Dir das medizinische Personal vor Ort. Oder informiere Dich bei Deiner Spendestelle online, beispielsweise beim DRK oder dem Blutspendedienst Hamburg.

Ist eine Blutplasmaspende für meinen Körper belastend?

Die Plasmaspende ist schonend für den Körper: Alle Plasmabestandteile, die bei der Spende entnommen werden, bildet der Körper innerhalb von Stunden bis maximal zwei Tagen wieder nach. Daher ist Plasma spenden auch in deutlich kürzeren Abständen möglich als Blut spenden. Weitere Details findest du beispielsweise auf den Seiten des Plasmazentrums Heidelberg.

Wie oft kann ich Blutplasma spenden?

Frauen und Männer dürfen maximal 60 Mal im Jahr Plasma spenden. Zwischen zwei Plasmaspenden müssen mindestens drei Tage liegen.

Wie mache ich einen Termin für eine Rekonvaleszenten-Plasmaspende (Blutplasmaspende nach Genesung von COVID-19) aus?

Für das Spenden von Rekonvaleszentenplasma ist es meist notwendig, einen Nachweis einer seit mehreren Wochen überstandenen Infektion zu erbringen (z.B. einen positiven und mehrere Wochen zurückliegenden PCR-Test). Daher vergibt der Großteil der Blutspendezentren Termine für die Blutplasmaspende nach Genesung von COVID-19 nur nach telefonischer Besprechung oder Ausfüllen eines Online-Fragebogens. Informiere Dich unbedingt über die Links auf unserer Karte und rufe gegebenenfalls bei der Blutspendeeinrichtung in Deiner Nähe an, bevor Du Blutplasma spenden gehst.

Welche weiteren Voraussetzungen muss ich als Blutplasmaspender:in erfüllen?

Die Voraussetzungen variieren je nach Blutspendezentrum leicht. Grundsätzlich solltest Du volljährig und zum Zeitpunkt der Blutplasmaspende bei guter Gesundheit sein sowie keine schwerwiegenden Grunderkrankungen oder Autoimmunerkrankungen haben.

Darüber hinaus kann es weitere Voraussetzungen geben, die je nach Spendezentrum variieren. Wende Dich am besten direkt an das Zentrum deiner Wahl und kläre ab, ob Du für eine Spende infrage kommst.

Auf unserer Karte findest Du Links zu Blutspendeeinrichtungen in Deiner Nähe und ganz genaue Informationen zu den verschiedenen Voraussetzungen.

Was sollte ich vor einer Blutplasmaspende beachten?

Am Tag der Blutplasmaspende solltest Du viel trinken (natürlich alkoholfrei) und auf anstrengende sportliche Aktivitäten verzichten, um den Flüssigkeitshaushalt Deines Körpers optimal auf die Blutspende vorzubereiten. Außerdem ist es ratsam, normal, aber nicht zu fettreich zu essen und nicht zu rauchen, da das die Qualität Deines Blutplasmas beeinflusst.

Auch einen Tag vor der Blutspende solltest Du keine allzu fetthaltigen Speisen zu Dir nehmen.

Was sollte ich nach einer Blutplasmaspende beachten?

Nach der Spende heißt es kurz ausruhen. Du musst mindestens 30 Minuten warten, bevor du den Blutspendedienst verlässt. Es ist wichtig, dass du noch etwas isst und viel trinkst – natürlich alkoholfrei. Am besten gehst du den restlichen Tag ruhig an.

Kann ich mich durch die Abnahme meines Blutplasmas infizieren?

Nein. Es wird immer steriles Einwegmaterial verwendet. Daher ist eine Krankheitsübertragung auf Dich ausgeschlossen.
(https://www.blutspenden.de/blut-und-plasmaspende/ablauf-einer-blut-und-plasmaspende/)

Besteht in Blutspendezentren ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken?

Es ist grundsätzlich nicht von einer erhöhten Infektionsgefahr bei Spendeterminen auszugehen. Weitere Details unter Punkt unter Punkt 3 der Mitteilung des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit.

Wichtig ist, dass Du Dich auch vor Ort an die allgemeingültigen, sowie für die jeweilige Einrichtung speziellen Hygienevorschriften und -empfehlungen hältst (Einhaltung des Mindestabstands zu anderen SpenderInnen und der Hust- und Niesetikette, Händewaschen bzw. -desinfektion, ggf. Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes).

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind mit einer Blutplasmaspende verbunden?

Trotz größter Sorgfalt können in einigen Fällen nach der Spende folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Kreislaufprobleme (vor allem, wenn vorher zu wenig getrunken wurde), von leichtem Schwindel bis zur Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, sehr selten mit Erbrechen
  • Schmerzen und Bluterguss (Hämatome) an der Einstichstelle, lokale Entzündungen

Überaus selten können Hautnerven an der Einstichstelle geschädigt werden. Langanhaltende oder dauerhaft bleibende Beeinträchtigungen durch das Blutspenden sind extrem selten, können jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Leichtes Kribbeln der Finger, der Zehen, der Zunge oder im Mund.

FAQ zu Coronavirus SARS-CoV-2 und Immunität

Bin ich nach einer Genesung von COVID-19 immun? Ab wann und wie lange?

Neuste Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion (Covid-19) spezielle Antikörper entwickeln und diese je nach Art des Antikörpers ab dem 5.-12. bzw. 14. Tag nach Symptombeginn nachweisbar sind. Durch Versuche an Rhesusaffen, die uns Menschen sehr ähnlich sind, und auf Basis von früheren Erkenntnissen zu SARS und anderen Viren gehen Experten davon aus, dass das Risiko einer Reinfektion ausgesprochen gering ist (Bao L, Deng W, Gao H, Xiao C, Liu J, Xue J, et al. Reinfection could not occur in SARS-CoV-2 infected rhesus macaques).

Trotzdem ist der Begriff der Immunität mit Vorsicht zu genießen. So können zur Ausprägung der Immunität bisher leider keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden, da das Erbgut oder der Lebensstil die Intensität der Immunreaktion beeinflussen. Studien mit anderen Corona-Viren legen nahe, dass die Immunität bis zu drei Jahren anhält. Für genauere Erkenntnisse sind serologische Längsschnittstudien notwendig. Diese sind aktuell leider noch nicht aussagekräftig genug, da es sich um eine für uns relativ neue Erkrankung handelt (Ferguson NM, Laydon D, Nedjati-Gilani G, Imai N, Ainslie K, Baguelin M, et al. Impact of non-pharmaceutical interventions (NPIs) to reduce COVID-19 mortality and healthcare demand).

Wie lange bin ich nach einer akuten Infektion ansteckend?

Wie lange eine Person ansteckend ist, lässt sich nicht pauschal sagen und hängt davon ab, wie schwer sie erkrankt ist (BZgA). Bei der Infektiosität kommen die bisherigen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen (RKI), wobei praktisch angenommen wird, dass man andere bis maximal 14 Tage nach Symptombeginn anstecken kann. Aus einer häuslichen Quarantäne wird man daher vorsichtshalber frühestens 14 Tage nach Symptombeginn und 48 Stunden nach Symptomfreiheit entlassen (RKI).

Kann ich noch jemanden anstecken, wenn ich die COVID-Erkrankung überwunden habe und zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit dem Virus in Kontakt gekommen bin?

Nach dem aktuellen Forschungsstand ist man nach einer Genesung von COVID-19 gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 immun (siehe „Bin ich nach einer Genesung von COVID-19 immun?“).

Gerät man unter dieser Annahme zu einem späteren Zeitpunkt nochmals mit dem Virus in Berührung, z.B. durch engen Kontakt mit einer infizierten Person, springt das eigene Immunsystem an (dabei helfen unter anderem die Antikörper, die der Körper gebildet hat) und sorgt dafür, dass sich das Virus im eigenen Körper nicht mehr vervielfältigen kann. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass Genesene andere per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Spucken) anstecken. (BR Spiegel)

Nicht abschließend geklärt ist, welche Rolle eine Kontamination über Flächen praktisch spielen kann (BR Wissen). Wenn Du z.B. eine durch einen Infizierten kontaminierte Türklinke berührst und danach Essen für die Nachbarskinder zubereitest, könntest Du theoretisch auch als genesene Person Überträger:in werden.

Selbstverständlich müssen sich auch genesene Personen an das Händewaschen und alle weiteren Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Wie lässt sich eine Genesung von COVID-19 sicher nachweisen?

Zum Nachweis einer Genesung von COVID-19 existieren mehrere Strategien, die sich hauptsächlich darin unterscheiden, ob das Virus direkt oder indirekt nachgewiesen wird.

Mit direkten Testverfahren lässt sich ermitteln, ob eine Person akut mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert ist. Hierzu nutzt man einen PCR-Test. Eine Möglichkeit besteht darin, nach einer mittels PCR-Test bestätigten Infektion abzuwarten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind und ein zusätzlicher "Sicherheitszeitraum" verstrichen ist (siehe Wie lange muss ich nach meiner Genesung warten, um mich als ImmunHeld:in zu engagieren?). Zusätzlich dazu kann ggf. mithilfe eines weiteren PCR-Tests sichergestellt werden, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 bei der betroffenen Person nicht mehr nachweisbar ist.

Eine andere Strategie beruht auf indirekten Testmethoden, die nicht das Vorliegen des Virus selbst, sondern die Reaktion des Körpers auf eine zurückliegende Infektion erfassen. Hierzu nutzt man insbesondere Antikörpertests, mithilfe derer analysiert werden kann, ob die getestete Person Antikörper, d.h. eine Immunantwort, auf das Virus entwickelt hat. Antikörper werden typischerweise in der zweiten bis dritten Woche nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gebildet. Lassen sich bei einer Person Antikörper nachweisen, wird daher darauf geschlossen, dass sie ehemals mit dem Virus infiziert war. (BzGA, Verdacht auf eine Infektion und Test, RKI Coronavirus SARS-CoV-2 - Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19)

Der direkte Nachweis einer Infektion durch einen PCR-Test und das anschließende mehrwöchige Abwarten, also die erste Möglichkeit, ist bisher zuverlässiger als ein Genesungsnachweis mittels Antikörpertests (BGM, https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-test/#faqitem=324cc495-1d9a-530d-8806-4bd08a7e9e71).

Die Zuverlässigkeit von Antikörpertests wird noch untersucht. Ihre Fehlerquote liegt bisher allerdings durchgängig über dem Richtwert von 1,5%, den Expert:innen für aussagekräftige Testergebnisse empfehlen (NDR Coronavirus: Wie zuverlässig sind Antikörpertests?, Deutschlandfunk Geheilte Covid-19-Erkrankung nachweisen: Die meisten Antikörpertests sind unzuverlässig).

Bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit von Antikörpertests, ist es wichtig, zwei Arten von Tests zu unterscheiden. Zum einen gibt es Elisa-Tests (Enzyme-linked Immunosorbent Assay), die nach einer Blutabnahme im Labor durchgeführt werden. Ihre Fehlerquote liegt bei 2%-3% (NDR Coronavirus: Wie zuverlässig sind Antikörpertests?). Zum anderen gibt es kommerzielle Schnelltests, die so ähnlich funktionieren wie ein Schwangerschaftstest und die deutlich unzuverlässiger sind (Geheilte Covid-19-Erkrankung nachweisen: Die meisten Antikörpertests sind unzuverlässig). Aktuell werden Antikörpertests nur in Einzelfällen unterstützend zur Diagnostik eingesetzt. Dies könnte sich bald ändern, insbesondere, wenn zwei Antikörpertests mit unterschiedlichen Methoden kombiniert werden. Zurzeit werden Sie insbesondere zu Forschungszwecken eingesetzt, z.B. um die Verbreitung des Virus zu untersuchen (BzGA, Verdacht auf eine Infektion und Test).
Allerdings können Antikörpertests in besonderen Fällen, in denen sehr zuverlässige Aussagen zum Genesungsstatus notwendig sind, direkte Testmethoden ergänzen. Eine Kombination von einem zurückliegenden positiven PCR-Test, einem aktuellen negativen PCR-Text oder Ausbleiben der Symptome seit 4 Wochen und einem Antikörpertest wird vom Paul-Ehrlich Institut für die Annahme von Blutplasma-Spenden durch Genesene gefordert (PEI, Meldungen - Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zur Gewinnung und Herstellung von COVID-19-Rekonvaleszentenplasma). Wenn Du nach Genesung von COVID-19 Blutplasma spendest, erhältst du daher sehr zuverlässige Aussagen zu Deiner Immunantwort auf das Virus bzw. Deiner höchst wahrscheinlichen Immunität.

Welcher Nachweis für eine Infektion ist am sichersten?

Als Goldstandard gilt der direkte Nachweis durch einen PCR-Test. Dazu werden Proben parallel aus den oberen und unteren Atemwegen entnommen.

Antigentests sind eine weitere – noch relativ neue – Methode, um eine Infektion nachzuweisen. Auch hier wird ein Abstrich aus dem Mund-Nasen-Rachenraum genommen. Ein Teststreifen zeigt innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis an. Getestet wird auf Eiweißbausteine des Erregers (Antigens) in der Probe. Bislang gelten Antigentests allerdings als weniger verlässlich als Tests mit der PCR-Methode.

Von Corona-Selbsttests raten wir ab, da viele Faktoren wie zum Beispiel der unsachgemäße Transport oder auch Fehler bei der Abnahme das Ergebnis verfälschen können.

Was sagen die Begriffe “Sensitivität” und “Spezifität” über die Sicherheit von Testergebnissen aus?

Die Sensitivität gibt an, wie viel Prozent der Erkrankten korrekt als solche identifiziert werden. Die Spezifizität gibt an, wie viel Prozent nicht erkrankte Personen durch einen Test als gesund erkannt werden (Glossar des RKI. Werden beide Gütekriterien zusammen betrachtet, lassen sich genaue Aussagen zur Zuverlässigkeit eines Tests treffen.

Angaben (z.B. von Antikörpertestherstellern), die sich nur auf einen (und meist den besseren) Wert beziehen, ist hingegen nicht zu trauen.

Sind Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2 gefährlich?

Nach dem aktuellen Stand der Forschung hat sich das Corona-Virus zwar seit seinem erstmaligen Auftreten leicht verändert, es ist jedoch nicht gefährlicher geworden. Die Mutation eines Virus ist ein natürlicher und unbedenklicher Prozess. Problematischer wäre es gewesen, wenn das Virus sich in mehrere Stämme aufgeteilt hätte. Diese Annahme wurde jedoch durch viele Studien in verschiedenen Ländern widerlegt. Zudem mutiert das Coronavirus SARS-CoV-2 viel langsamer als gedacht. Dies zeigt der Vergleich verschiedener in Ostasien und Nordamerika sequenzierter Viren.

Die Stabilität des Virus erleichtert auch die Suche nach einem geeigneten Impfstoff- zu der ImmunHeld:innen mit einer Plasmaspende einen wichtigen Beitrag leisten können.

FAQ zum Engagement von ImmunHeld:innen

Wie lange muss ich nach meiner Genesung warten, um mich als ImmunHeld:in zu engagieren?

Kurzgefasst:
Ab 4 Wochen nach kompletter Genesung (Abklingen der Symptome von COVID-19-) oder 2 Wochen nach der letzten negativen SARS-CoV-2-PCR-Diagnostik aus einem Abstrich kannst Du als ImmunHeld:in aktiv werden!

Zum Hintergrund:
Wie lange man nach Symptombeginn genau ansteckend bleibt, ist bisher nicht abschließend geklärt und hängt auch von der Krankheitsschwere ab .

Aktuelle Studienergebnisse haben jedoch gezeigt, dass Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, die für die Immunabwehr verantwortlich sind, gegen Ende der zweiten Woche nach der Infektion gebildet werden, weshalb davon auszugehen ist, dass man ab diesem Zeitpunkt immun ist (RKI, NDR, Corona-Podcast mit Christian Drosten Folge 15) und auch seine Mitmenschen nicht mehr anstecken kann (siehe „Kann ich nach einer Genesung von COVID-19 weitere Personen anstecken?“).

Das Paul-Ehrlich-Institut (das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) gibt für das Spenden von Blutplasma nach Genesung von COVID-19 vorsichtshalber die Empfehlung, Spender:innen 4 Wochen nach kompletter Genesung von COVID-19- oder 2 Wochen nach der letzten negativen SARS-CoV-2-PCR-Diagnostik aus einem Abstrich zuzulassen.

Dieser Empfehlung schließen wir von ImmunHelden uns an, und zwar sowohl für die Blutplasmaspende als auch für sonstige Heldentaten: Schließlich solltest Du Dich wieder fit und erholt fühlen, bevor Du Dich engagierst!

Wie geht es weiter, wenn ich mich als ImmunHeld:in registriere?

Wenn Du Dich als ImmunHeld:in registriert hast, erhältst Du regelmäßig E-Mails mit Hilfegesuchen in Deiner Umgebung. Du kannst dann frei entscheiden, auf welche Hilfegesuche Du reagierst. Darüber hinaus kannst Du Dir auf unserer Karte auch ohne Registrierung jederzeit einen Überblick darüber verschaffen, wo Du Dich engagieren kannst.

Hilfesuchende Organisationen können Dich um einen Nachweis zu Deiner Genesung bitten. Damit Ihr dafür nicht auf ein persönliches Treffen warten müsst, arbeiten wir an einem Video-Ident Verfahren, das Euch dafür einen sicheren Kommunikationskanal bietet.

Muss ich bei der Kontaktaufnahme zu einer hilfesuchenden Organisation angeben, dass ich über ImmunHelden.de zu ihnen gefunden habe?

Die Organisationen freuen sich sicher über jede Art der Hilfe, unabhängig davon, woher sie kommt. Bei der Vielzahl an Angeboten, die aktuell in der Krise entstehen, ist es aber wahrscheinlich für die Organisationen schwierig, den Überblick über alle Vermittlungsstellen zu behalten. Erwähne uns sehr gern, doch noch viel wichtiger: erwähne, dass Du genesen bist!

Bleibt ein Einsatz als ImmunHeld:in bei hilfesuchenden Organisationen für mich und andere riskant?

Wir wollen ganz ehrlich sein: Ein gewisses Restrisiko für einzelne Personen lässt sich nicht hundertprozentig ausschließen, solange es keinen sicheren Immunitätsnachweis gibt. Wir finden, dass jeder selbst entscheiden sollte, ob er oder sie bereit ist, das in Kauf zu nehmen.

Eine besonders risikoarme Möglichkeit, sich nach einer Genesung von COVID-19 zu engagieren, ist die Blutplasmaspende (siehe „Warum sollte ich nach einer Genesung von COVID-19 Blutplasma spenden?“).

An welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich mich als ImmunHeld:in bei meinem Einsatz für eine hilfesuchende Organisation halten?

Du musst Dich an dieselben Sicherheitsvorkehrungen wie alle anderen Helfer:innen halten. Dein Einsatz ist trotzdem besonders wertvoll, weil sich das Infektionsrisiko dadurch zusätzlich verringern lässt.

Wie geht es weiter, wenn wir uns als hilfesuchende Organisation registrieren?

Nach einer Registrierung als hilfesuchende Organisation erhalten ImmunHeld:innen in der Umgebung eine E-Mail mit Informationen zu Eurem Hilfegesuch und Euren Kontaktdaten.

So können sich ImmunHeld:innen bei Euch melden, wenn sie Euch unterstützen können. Ihr könnt bei der Registrierung angeben, ob Euer Hilfegesuch mit Euren Kontaktdaten auch auf unserer Karte veröffentlicht werden soll. Nimmt ein:e ImmunHeld:in Kontakt zu Euch auf, könnt ihr besprechen, wie Euch geholfen werden kann und auf welche Art der oder die ImmunHeld:in ihre oder seine Genesung von COVID-19 nachweisen kann. Zu diesem Zweck bieten wir Euch ein Video-Ident-Verfahren – ganz ohne Gesundheitsdatenspeicherung.



Quellen

Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19

Rekonvaleszenten-Plasmaspende in Deutschland